Interview 2017-09-21T11:19:39+00:00
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Jede Geschichte beginnt und endet mit einem Punkt, dazwischen liegt die Gestaltung.“ Ist das nur ein cooler Satz oder hat er für Dich eine wirkliche Bedeutung?

Dieser Satz hat für mich eine essenzielle Bedeutung. Er beschreibt den ersten Gedanke, diesen aller ersten kleinen Punkt zu einer Gestaltungsidee. Die Idee entwickelt sich, es wird an ihr gefeilt, modelliert und poliert. Das Ergebnis – eine runde Story die performt und unterhält.

Gibt es Techniken derer Du Dich bei der Vorbereitung auf ein Shooting bedienst?

Oh ja, unbedingt. Und das ist auch sehr wichtig um auf der Spur zu bleiben. Ich arbeite mit Cuttings, Skribbels und Moodboards die ich zuvor zum Thema entwickle. Wenn ich Materialien vorbereite und Requisiten einkaufe hilft mir ein Zeitplan und eine Shotliste.

Als Stylistin hast Du Dich auf Legeware, Decor, Setdesign, und Interieur spezialisiert. Du entwickelst und gestaltest in unserem Atelier z.B. auch Fotohintergründe, bist sehr handwerklich unterwegs. Wie kommt’s?

Das ich mich auf diese Bereiche spezialisiert habe ist eine ganz logische Folge meines orginären Berufes. Als gelernte Schaufensterdekorateurin bin ich nach meiner Lehre in die Hauptverwaltung eines großen Warenhauskonzerns gegangen. Acht Jahre entwickelte ich Gestaltungskonzepte für Schaufenster und POS, setzte diese mit meinem Team deutschlandweit in den Filialen um. Weitere acht Jahre war ich als Modekoordinatorin im gleichen Konzern tätig. 2011 ging es in die Selbständigkeit.

Wer sind denn Deine Kunden?

Ich style und entwickle Konzepte für Unternehmen aus den Bereichen Mode, Interieur, Heimtex und Haushalt. Kaufhof gehört genauso zu meinen Kunden wie z.B. Zentis, Nolte, S’Oliver oder dm. Ich style für Prospekte, Onlineshops und Kataloge als auch für Verpackungen und Editorials.

Wie sieht das denn bei Deinem eigenen Design aus – sprich bei Deinen Möbeln? Gibt es da auch ein Anfang- und Endpunkt?

Da ist es ganz genauso. Ich setzte den Pinsel an, der erste Punkt ist gemalt und dann gestalte ich das Möbel bis zu dem Punkt an dem ich mich entscheide das dass Design vollkommen ist. Diesen Endpunkt zu finden ist allerdings nicht immer einfach.

Während Deiner Zeit als Modekoordinatorin hast Du nebenberuflich auch noch mal was ganz anderes gelernt.

Ja, ich habe eine Ausbildung zur Tanz- und Bewegungspädagogin beendet und unterrichtete abends und am Wochenende meine eigenen Gruppen. Daraus hat sich auch mein heutiges Kunstprojekt „Plätze gestalten“ entwickelt.

Warum geht es in diesem Kunstprojekt?

Ich bringe in diesen Workshops Kinder und Jugendlichen das freie Gestalten bei. In diesem Fall das Gestalten vom Möbeln bzw. Stühlen. Dialog, Bewegung und Gestaltungstechniken zur Ideenfindung stehen dabei im Vordergrund. Mir liegt viel daran Menschen in kreativen Prozessen zu begleiten und zu fördern. Aber auch das Miteinander ist mir sehr wichtig.

Was steht beruflich in nächster Zeit an?

Auf jeden Fall stylen, stylen, stylen! Aber natürlich auch weiter an meinen Möbelkollektionen arbeiten und ich möchte noch mehr kleinen Labels dabei helfen ihren Marktauftritt zu gestalten. Es gibt so tolle Entrepreneure mit richtig coolen Produkten! Diesen Einzelkämpfern fehlt das Geld für große, aufwändige Fotoproduktionen. Das kenne ich ja selber auch. Und da heißt es: Do it yourself ;) Dieses Konzept wird unter „Create Stylings“ Ende 2016 gelauncht.

Tanja lebt und arbeitet als Stylistin in Düsseldorf  – Styling an Büste & Figur, Stylistin für Legeware, Fashion-Stills, Props, Interieur, Dekoration, Stilllifes und E-Commerce-Styling.

2013 erschien Tanjas Buch „Shabby Charme im Garten – Ideen zum selber machen“ / 2014 das Buch „Dekoideen für den Garten“ (beide Bücher im BLV Verlag)